KEIN KALKABBAU

IM NATURA 2000 GEBIET OBERES DONAUTAL

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Resolution der Versammlung der Interessengemeinschaft Pro Mittelberg Thiergarten vom 29.11.2016:

Die Interessengemeinschaft wendet sich gegen den Plan des Hauses Prinz zu Fürstenberg am nördlichen Abhang des Mittelberges, in einem Zeitraum von 25 – 30 Jahren, ca. 200.000 t hochreinen Kalk jährlich abzubauen. Aus Sicht der Interessengemeinschaft sprechen insbesondere folgende Gründe gegen diese Planung.

  • Die Notwendigkeit eines Kalkabbaus am Mittelberg in Beuron/Thiergarten wurde bisher nicht ausreichend begründet.
  • Alternativstandorte im Bereich des Landes Baden-Württemberg ( Ostalb bzw Bereich Blaubeuren ) wurden bis jetzt nicht in ausreichender Tiefe überprüft. Dies gilt auch für ökologisch weniger sensible, potentielle Standorte im Bereich der Gemeinde Stetten a.k.M.
  • der geplante Abbau hochreiner Kalke soll im Natura 2000-Gebiet erfolgen. Das ökologische Verschlechterungsverbot in FFH Gebieten ist aus Sicht der Interessengemeinschaft mit diesem massiven Eingriff in eine sensible Landschaft nicht vereinbar
  • die gute Entwicklung der letzten Jahre im Bereich des Sanften Tourismus im Naturpark Obere Donau würde mit diesem Projekt massiv aufs Spiel gesetzt
  • der Mittelberg ist erdgeschichtlich als Umlaufberg der Ur-Donau Bestandteil des „UNESCO Global Geopark“ der Schwäbischen Alb.
  • der Abtransport des Kalks mit schweren LKW über die touristisch reizvolle Donautalstraße L 277 mit ihren Engstellen und Felstunneln zwischen Thiergarten und Laiz stellt ein ungelöstes Problem dar. Aus Sicht der Interessengemeinschaft überwiegt das öffentliche Interesse einer guten Lebensqualität im Donautal sowie des Naturschutzes bei weitem das öffentliche Interesse des Abbaus Hochreiner Kalke.

Foto: ©Elke Hilzinger

Pressemitteilung 5.6.2021 

Die Interessengemeinschaft Pro Mittelberg, die BUND-Ortsgruppe Sigmaringen und FairWandel SIG e.V. veranstalten am Samstag, den 12.6. um 11 Uhr eine Kundgebung auf dem Karlsplatz in Sigmaringen. 

Die Veranstalter haben kein Verständnis dafür, dass das Projekt 437-504 Kalksteinabbau am Mittelberg in Thiergarten-Beuron immer noch Bestandteil des aktuellen Regionalplanentwurfs Bodensee-Oberschwaben ist. Sie haben sich bereits Anfang Mai an die Mitglieder der Verbandsversammlung des Regionalverbands gewandt mit der Bitte, das Projekt aus dem Regionalplan zu streichen, da es im Natura-2000-Gebiet Oberes Donautal liegt und sowohl den Interessen des Natur- und Artenschutzes, als auch dem immer wichtiger werdenden sanften Tourismus widerspricht. 

In der zweiten Junihälfte steht die Genehmigung des Plans durch die Verbandsversammlung an. Der Plan sieht das Projekt als Rohstoffabbaugebiet vor. Neben der Mindestforderung, das Projekt aus dem Plan zu streichen, setzen sich die Organisatoren dafür ein, dass die neue Landesregierung angesichts neuer Klimaziele das veraltete Landesplanungsgesetz zügig novelliert und bisher fehlende klare Klimaschutzvorgaben für Regionalpläne einfügt. In der Zwischenzeit dürften Regionalpläne alten Stils ohne Klimaschutzvorgaben von der Landesregierung nicht mehr genehmigt werden. Die Organisatoren laden die Bevölkerung herzlich zu der Kundgebung und dazu ein, ein klares Zeichen gegen den Kalkabbau im Donautal zu setzen und gegebenenfalls auch ´Kein Kalkabbau-Transparente ´ bzw. Plakate mitzubringen. Für die Kundgebung besteht Maskenpflicht und das Abstandsgebot. 

Für die Veranstalter: Gerhard Stumpp, BUND Sigmaringen

Interessengemeinschaft Pro Mittelberg

Foto: IG Pro Mittelberg

Video: Fabian Kleiner

Interessengemeinschaft Pro Mittelberg

Foto: IG Pro Mittelberg